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| Ein Ariadne-Faden durch die Kasseler Frauengeschichte | |
![]() Die Frauengeschichte der Stadt und deren Sichtbarmachung steht im Zentrum des Projektes des Archivs der deutschen Frauenbewegung. Hierzu soll zum einen ein virtuelles Archiv aufgebaut werden, in dem Dokumente über interessante Persönlichkeiten, über frauenpolitische Ereignisse und wichtige Frauenorte präsentiert werden. Um die Frauengeschichte jedoch nicht nur virtuell, sondern auch ganz real erfahrbar zu machen, sollen zum anderen Orte, an den Frauen gewirkt oder die mit frauengeschichtlichen Ereignissen verbunden sind, im Stadtbild direkt kenntlich gemacht werden. Geplant war zunächst, das Projekt 2007 mit dem Aufbau des virtuellen Archivs zu beginnen und dann sukzessiv Orte für Erinnerungszeichen auszuwählen (siehe die ausführliche Projektbeschreibung in: Kassel bewirbt sich als Kulturhauptstadt Europas 2010. Die Dokumentation, S. 82-84 und unter www.kassel2010.de). Die Voraussetzungen des Projektes haben sich – nicht nur durch die Juryentscheidung –verändert, so dass eine Modifizierung erfolgte. Die Erarbeitung eines Erinnerungszeichen wurde herausgelöst und mit dessen Umsetzung bereits im Jahr 2004 begonnen. Als Person wurde dafür aus aktuellem Anlass die Kasseler Unternehme-rin und Stifterin Sophie Henschel ausgewählt. Im Dezember 2003 startete die HNA unter dem Motto „Die besten Kasseler“ unter den LeserInnen eine Aktion zur Wahl der bedeutendsten Stadtpersönlichkeit. Unter den insgesamt elf zur Auswahl stehenden Kasselern waren zwei Frauen: Die Juristin Elisabeth Selbert und die Unternehmerin Sophie Henschel. Den ersten Platz errang mit großem Abstand zum Nächstplatzierten Sophie Henschel (Elisabeth Selbert landete auf Platz 3) und aus dem „besten Kasseler“ wurde somit überraschender Weise eine „beste Kasselerin“. Diese Aktion regte in der Stadtöffentlichkeit die Diskussion über Sophie Henschel, ihre Person und ihr Wirken in Kassel, an. Deutlich wurde dabei, dass Orte in der Stadt fehlen, die auf diese bedeutende Kasselerin hinweisen. Erste Phase der Projektumsetzung Als Ort für die Sichtbarmachung des Wirkens von Sophie Henschel wurde der nach ihr benannte Platz in Wehlheiden ausgewählt. Dafür gab es mehrere Gründe: Der Platz befindet sich vor dem Roten Kreuz-Krankenhaus, einem Ort, der eng mit dem sozialen und finanziellem Engagement von Sophie Henschel verknüpft ist; die den Platz umrandende Bebauung wurde von ihrem Sohn im Jahr 1915 in Gedenken an Sophie Henschel errichtet; der auf dem Platz befindliche und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brunnen trug die Inschrift „Frau Sophie Henschel in Dankbarkeit. Die Stadt Cassel, 1924“. Mit allen Beteiligten (Ortsbeirat, beteiligte Ämter der Stadt Kassel, AnwohnerInnen, Rote Kreuz-Krankenhaus) wurden Gespräche geführt und das Projekt vorgestellt. Das Vorhaben stieß auf großes Interesse und alle signalisierten, es jeweils im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. In einem nächsten Schritt ging es darum, eine Künstlerin auszuwählen, die sich mit dem Ort und der Person auseinandersetzt und einen Entwurf für ein Erinnerungszeichen vorlegt. Die Wahl fiel auf Hildegard Jaekel, eine Kasseler Künstlerin, die sich schon mehrfach mit Orten in der Stadt künstlerisch auseinander gesetzt hat. Die gute Ortskenntnis der Künstlerin (der von ihr mit initiierte Kunstbalkon hatte für einige Jahre sein Domizil in der Sophie-Henschel-Siedlung) untermauerte die Wahl. Von Hildegard Jaekel wurde ein Entwurf vorgelegt, der vorsieht, auf dem Platz eine Skulptur zu schaffen. Parallel dazu wurde ein Gesamtkonzept für die Präsentation der Erinnerungszeichen entwickelt. Ausblick Derzeit werden dazu alle organisatorischen und finanziellen Vorbereitungen getroffen. Darüber hinaus wurde dem Kunstbeirat der Entwurf für das Erinnerungszeichen vorgestellt. Angestrebt wird nun, das Erinnerungszeichen im Frühjahr 2006 auf dem Sophie-Henschel-Platz zu errichten. Parallel zu der Präsentation ist geplant, dass der Ortsbeirat in Kooperation mit den Anliegern und Anliegerinnen der Sophie-Henschel-Siedlung ein Fest organisiert. Kontakt: Dr. Gilla Dölle und Dr. Kerstin Wolff, Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung | |
Sophie_Henschel.pdf | |
http://www.addf-kassel.de | |
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